Konzept

Wir betrachten invetra als interdisziplinäres Projekt, das durch faires und effektives Vernehmen die Praxis verbessern will. Psychologisch angemessenes und effektives Vernehmen ist in einem speziellen Training erlernbar. invetra ist ein solch systematisches Trainingsprogramm. Das Ziel von invetra ist es, die Vernehmungsfertigkeiten von erfahrenen Vernehmer/innen und Berufseinsteigern/-innen weiterzuentwickeln.

Einige meinen, dass berufliche oder persönliche Eigenschaften entscheidend für eine effektive Vernehmung seien. Diese Faktoren führen aber nicht automatisch dazu, dass Vernehmer/innen effektiv befragen. Beispielsweise zeigten Untersuchungen, dass Vernehmungserfahrung, Rechtskenntnisse, Dienstrang oder Geschlecht der Vernehmer/innen nicht unbedingt einen positiven Einfluss auf die Vernehmung haben.

invetra behandelt dabei keine Vernehmungstechniken, die auf Einzelerfahrungen beruhen, nicht systematisch geprüft sind oder nachweislich ineffektiv sind. Denn reale Fälle und Untersuchungen zeigen, wie solche Techniken zu falschen Informationen, Fehleinschätzungen und Fehlurteilen führen können. Der invetra-Kurs behandelt deshalb nur sorgfältig geprüfte Vernehmungstechniken. Zentrale Basis ist die Aussagepsychologie. Sie beschäftigt sich systematisch mit Vernehmungstechniken und -taktiken und richtigen und falschen Aussagen von Beschuldigten und Zeug/innen. International nutzen Vernehmer/innen solche psychologischen Erkenntnisse schon lange erfolgreich in der Praxis.

Ein Problem klassischer Vernehmungsseminare ist, dass Teilnehmer/innen nur die Rolle von passiven Zuhörern/-innen einnehmen. Vernehmungsfertigkeiten sind allerdings durch aktives Üben zu erwerben. Das pädagogische Konzept von invetra gibt deshalb vor, dass die Kursteilnehmer/innen aussagepsychologische Kenntnisse möglichst interaktiv, praxisorientiert und wiederholt trainieren, um so ihre Fertigkeiten zu erweitern.

Der invetra-Kurs basiert also auf folgenden vier Säulen:

Vernehmungstechniken

Zur Vernehmung von Menschen sind nur Techniken geeignet, die systematisch auf ihre Vorteile und Risiken geprüft sind. Der invetra-Kurs trainiert deshalb nur inter/national angewandte Vernehmungstechniken, die auf Zuverlässigkeit und praktische Brauchbarkeit geprüft sind.

Interaktion

Aktive Lehrmethoden eignen sich am besten, um Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben. Der invetra-Kurs nutzt unterschiedliche interaktive Befragungsübungen, um Grundlagenkenntnisse und Vernehmungstechniken zu erlernen.

Praxisorientierung

Im invetra-Kurs üben Teilnehmer/innen anhand von Fallbeispielen und realitätsnahe Befragungsübungen. Dies verkleinert den Schritt zwischen Vernehmungstheorie und realem Vernehmen und bereitet auf verschiedene Vernehmungssituationen vor.

Übungshäufigkeit

Zum Erlernen und Automaitiseren von Fertigkeiten ist häufiges Üben notwendig. Teilnehmer/innen im invetra-Kurs trainieren daher wiederholt Vernehmungstechniken, die sie anschließend in den Alltag übernehmen und weiter automatisieren können.

Dieses Trainingskonzept findet seine Umsetzung im Trainingskurs.